Museum Direkt!
Archiv 2025
Das Ganze noch einmal zum Nachlesen:
Hallo, ich begrüße euch zu einer neuen Ausgabe von MUSEUM DIREKT!
Kappenzeit
Er stand hinter dem Hof in der Nähe eines Misthaufens. Es regnete. Ich betrachtete ihn lange. Wie er dastand in all seiner Würde.
Ein Opel Record aus den 70igern, dezent grün und metallicfarben. Abgemeldet. Die Reifen waren noch voller Luft. Die beschlagenen Innenscheiben verwehrten einen Einblick ins Innere.
Später, als es dunkel geworden war, stritt ich mit einem Freund über Implosion und Explosion, die glänzenden Radkappen des Opels immer vor Augen.
„Moulage“
Cellulose, Wasser, Spielzeugauto
Das Ganze noch einmal zum Nachlesen:
Hallo, ich begrüße euch zu einer neuen Ausgabe von MUSEUM DIREKT!
Moulage
Versonnen träumend ließ ich Wasser in das kleine Waschbecken laufen. Eigentlich hätte ich längst an meinen Schulaufgaben sitzen müssen. Aber meine Spiele waren reizvoller.
Lagen um Lagen weichen und weißen Klopapiers senkten sich aufs Wasser. Die Enden der Bahnen ließ ich links und rechts vom Beckenrand herunterhängen. Mittlerweile hatte sich eine nasse aber stabile Brücke gebildet, in deren Mitte ich ein kleines Spielzeugauto setzte.
Ich fabrizierte eine Moulage. Das Auto verschwand unter hundert von Lagen nassen Klopapiers. Es war eine wonnevolle Arbeit. Schließlich war die Fiesta zu Ende.
Im Elternschlafzimmer wurden die Fenster geöffnet und die Rollläden hochgezogen. Ich presste die nasse Moulage zu einem Klumpen zusammen und zog den Stöpsel aus dem Becken. Es blieb noch Zeit, das kleine Auto herauszupulen.
Die Cellulosestücke schmiss ich ins Klo. Dann zog ich ab und begrüßte meine Eltern, die sich etwas angezogen hatten, um in ihren Teesalon hinabzusteigen.
Das Ganze noch einmal zum Nachlesen:
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe von Museum Direkt!
Heute geht es um Arzt + Auto.
Wir gehen in eine Zeit, da kam der Landarzt in einem Horch der Autounion zum Kranken.
Er entstieg dem Inneren seines tannengrünen Doktorwagens, einen Leder + Parfümgeruch hinterlassend, der nicht entweichen konnte, weil die dicken + schweren Türen diese Düfte sofort zurückhielten, hatten sie sich erst einmal mit einem Saugen + Safzen nach innen hin geschlossen.
Im Fond der Limousine saß ARAL, der schöne, große Hund des Doktors.
ARAL oder LARA mit bürgerlichem Namen war ein kosmischer Führer, so wie es Hunde grundsätzlich sind.
Wenn der Doktor wieder in das große Auto stieg und seine Arzttasche nach hinten warf, klingelten die silbernen Instrumente als hingen sie in einem Windspiel.
Der Hund roch den Urin der Kranken, den sein Herrchen probiert hatte um zu einer weisen Diagnose zu gelangen.
Unser Doktor, der gütige Landarzt, sah sich gründlich um, bevor er die Hand der Kranken behutsam in die seinige nahm.
Seinem Adlerauge entging nichts.
Das Interieur seiner Patienten gab Aufschluss über ihr Leben.
Deshalb rückte er schon mal eine Vase von rechts nach links oder wuschelte in den Schnittblumen bis ein besseres Bild entstand.
Das übertrug sich i.d.R. auf die Liegenden in ihren Bettstatten und spendete Ruhe.
Nägel gucken und auch Fühlen waren weitere Disziplinen unseres Landarztes.
Am Fingernagel konnte er lesen wie in einem Buch.
Möndchen bedeuteten das, Rillen jenes.
Eines Tages grub der Hund im Garten des Doktors 2 Dinge aus.
ARAL hatte Eisen gefunden.
Geschmiedetes Eisen, das nun von der Vegetation zu Rostgebilden verwuchert war und nur noch grob den Schaft und den auf ihm thronenden Kopf wiedergab.
LARA, der Hund des Doktors, hatte etwas ganz Besonderes gefunden.
Ohne Hand anzulegen, befreite der Landarzt die Nägel von ihren Rostwucherungen.
Er „steelte“ sie quasi zurück in den Zustand ihrer Schmiedekunst.
Auch der Hammer war nur Geist.
Mit diesem schlug er die 2 Nägel ins Holz.
An den einen hängte er seinen abgewetzten Ledermantel, an den anderen das Hundelhalsband…
Das Ganze noch einmal zum Nachlesen:
Kunst-Diktatur am Niederrhein!
Was ist passiert?
Hört meine Kunst-Geschichte, jetzt auf MUSEUM DIREKT!
RADICAL PAINTER
Nicht 8 x 6 Meter Leinwand, nee, ganz geschickt kleine Bildchen sind es, die die Fläche klauen, da passt kein Blatt mehr zwischen.
Wo bleiben die anderen?
Müssen die sich jetzt eine Halle mieten für ihre Objekte? Bei uns, die sich mit dem Jupp Beuys beschäftigen, brauchen wir ja die Wand, an der nix hängt, damit du dich mal anlehnen kannst um plastische Sachen aus der Raum-Mitte zu erfahren; die Wand im Rücken wird speckig im Laufe der Zeit: Soviele wollen sich anlehnen im Grunde ihres Herzens.
Wo bleibt der „Ideen-Krieg“ in Köln?
Thomas Kemper oder Beuys? Das ist hier die Frage. Köln hat sich zu einem Mekka der Maler*innen entwickelt, die den lieben, langen Tag nichts anderes tun, als an ihrem Bildbegriff zu arbeiten.
In retinaler Onanie verhaftet, legen sie Lasur über Lasur und mutieren dabei zu Mönchsgehilfen, die nach Lhasa gehen, wenn ihnen nichts mehr einfällt.
Dort bittet der Dalai Lama die Columba in Köln dringend keine gegenstandslosen Farbmalereien mehr ins buddhistische Königreich zu schicken.
Die Wände dort seien vollgehängt und das Meditieren vor einer kahlen Wand sei schier unmöglich geworden.
Helfen wir doch diesen Zustand zu verändern: A contro con Beuys!